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Oft gestellte Fragen zu Kreuzfahrten

Oft gestellte Fragen zu Kreuzfahrten und meine Antworten darauf:

Gerne erweitere ich die Liste. Ihr könnt mir auch gerne eure Fragen schicken, ich werde sie, so gut ich kann, beantworten.

1. Ist das nicht furchtbar, mit so vielen Menschen auf so einem kleinen Schiff eingepfercht zu sein und nicht weg zu können?

Nein. Es kommt mit Sicherheit auch auf die Größe des Schiffs an. Die Celebrity Infinity transportiert etwas über 2.000 Passagiere auf 11 Decks. Ich konnte zwar trotz intensiver Suche keine Quadratmeteranzahl finden, sie (Schiffe sind immer weiblich) ist aber wirklich groß. Diese 2.000 Passagiere verlaufen sich total und man kann den ganzen Tag über sowohl immer einen Ort finden, an dem etwas los ist, als auch Orte, wo man fast für sich alleine ist und seine Ruhe hat – und das außerhalb der eigenen Kabine.

2. Dauert es nicht ewig, an Bord zu gehen oder von Bord zu kommen? So viele Passagiere, da muss man sich sicher lange anstellen.

Im Gegenteil. Ich hatte den Eindruck, jeder Flughafen (den ich kenne) könnte sich von dieser perfekten Organisation tatsächlich noch was abschauen. Um an Bord zu gehen gibt es ein ca. 7h-Fenster. Das bedeutet, die 2.000 Passagiere kommen nicht alle gleichzeitig an, das verteilt sich sehr. Wir landeten in Harwich mit einem speziellen Cruise Ship Zug, der von London Liverpool Street abfuhr. Mit uns stiegen etwa 50 Passagiere aus. Wir betraten das Cruise Ship Terminal und wurden sofort abgefertigt. Durch den Finger zum Schiff gingen wir komplett alleine. Dauer des Check-Ins bis Betreten des Schiffes: etwa 10 Minuten. Keine Wartezeit.
Auch bei Ausflügen sind die Schiffe top organisiert. Ausflugsgruppen, die über das Schiff selbst gebucht haben, dürfen zuerst von Bord. Es gibt immer einen Treffpunkt für jede Gruppe und diese geht gemeinsam von Bord. Individual-Ausflügler kommen gleich danach. Auch hier ist die Wartezeit sehr gering, unter 5 Minuten würde ich sagen.
Endet ein Ausflug kurz vor „all on board“ – der Zeit, zu der jeder am Schiff zu sein hat, bevor dieses ablegt – dann kann es schon sein, dass man sich zurück aufs Schiff etwas anstellen muss. Die längste Wartezeit war hier bei uns 10 Minuten (vor allem, wenn man tendert und nicht direkt vor Anker liegt). Diese Wartezeit wird top überbrückt durch warme und kalte Getränke, die kostenfrei serviert werden. Man darf nicht vergessen, dass man bei jedem von Bord Gehen seinen Bordpass durch einen Scanner ziehen muss – dasselbe plus Hände desinfizieren plus Security Check erwartet einen auch beim wieder an Bord kommen, deshalb auch die kurze Wartezeit.

3. Sind Seetage am Schiff nicht total langweilig?

Naja. Wir hatten diesmal max. 2 aufeinanderfolgende Seetage und das lässt sich gut aushalten. Es gibt ein großes Unterhaltungsangebot an Bord, man kann lesen, es gibt ein Fitnessstudio mit Kursen, es gibt einen Spa-Bereich mit Sauna etc…. Man findet sich auf jeden Fall etwas. Ich glaube allerdings, dass mir persönlich bei mehr als 3 aufeinanderfolgenden Seetagen vielleicht doch etwas langweilig werden würde.

4. Wird man nicht seekrank?

Das kommt darauf an, wo man unterwegs ist und wie empfindlich man ist. Bedenken sollte man, dass so ein Ozeanriese nicht vergleichbar mit einem kleinen Segel- oder Motorboot ist. Grundsätzlich spürt man die Bewegung kaum bis gar nicht. Ich selbst bin recht empfindlich. Sitze ich im Auto hinten, wird mir so richtig schlecht. Auf kleinen Booten kann ich nicht unter Deck sein ohne mich zu übergeben – ich muss mich hier immer an der frischen Luft aufhalten, dann geht es. Auf der Nordroute hatte ich nur einen Tag, an dem ich mich nicht zu 100% wohl gefühlt habe und das war die Überfahrt von den Färöern nach Island. Man muss bedenken: Das ist dort offene See, die arktische noch dazu. Also nicht zu vergleichen mit einem Binnenmeer mit wenig Wellengang. Empfehlenswerte Routen für Empfindliche: Mittelmeer, Karibik sowie alle Fahrten, die entlang einer Küste verlaufen. Da bewegt sich das Schiff nicht so weit in offene See und somit ist es nicht so tragisch. Je näher zu den Polen, desto stürmischer und unruhiger wird das Meer. Das betrifft z.B. die Nordlandroute nach Spitzbergen (Norwegen) und darüber hinaus, sowie selbstverständlich die Antarktis. Auch Landzipfel in diese Richtungen sind vielleicht etwas unruhiger. So z.B. Neuseelands Südspitze und die Überfahrt Richtung Tasmanien über die Tasman Sea (das erwartet mich im November, ich werde berichten), die Gegend um Kap Hoorn (wenn man über Argentinien und Chile fährt) und natürlich auch Ozean-Überquerungen, wie z.B. die Transatlantikquerung.
Es gibt aber auch schon viele Hilfsmittel. Ich habe Zintona Ingwerkapseln genommen und wir hatten für den Notfall auch Scopoderm TTS (ein Scopolamin-Pflaster) mit. Diese kleinen Pflaster klebt man sich hinter das Ohr, das hilft dann 3 Tage lang. Die habe ich noch nicht ausprobiert. Wir erhielten am letzten Kreuzfahrttag den Tipp, das Pflaster zu halbieren. Dann wirkt dieses nicht so stark, es reicht aber. Man soll ja damit fast wie auf Drogen sein und mit Alkohol gemixt ist man scheinbar dann hackedicht. Vom Alkohol wird bei beginnendem Unwohlsein abgeraten. Ich empfand ihn jedoch als recht hilfreich – das innere Schwanken hat das äußere Schwanken etwas ausgeglichen :).

5. Ist das nicht nur was für alte Leute?

Obwohl Kreuzfahrten der am schnellsten wachsende Bereich im Tourismus sind, glauben viele immer noch, dass das nur etwas für alte Menschen ist. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute haben Schiffe eine umfassende Kinderbetreuung (praktisch also für Familien), ein großartiges Entertainment Programm (da ist für jeden etwas dabei) und viele Bordaktivitäten, wie zum Beispiel einen Hochseilgarten, einen Golfplatz, eine Kletterwand, eine Rollschuhbahn, ein Rutschenparadies, einen Flugsimulator, einen Windkanal und vieles mehr. Dieses Angebot richtet sich an jüngere aktive Menschen. Man zeige mir den rüstigen 70-Jährigen, der sich morgens durch den Hochseilgarten bewegt, danach die Kletterwand erklimmt, nach dem Mittagessen den Windkanal besucht und sich nachmittags ins Rutschenparadies wirft. Gibt es sicher auch, ich habe diese Person noch nicht kennengelernt. Sicher, man muss die passende Cruise Line finden. Nicht alle verfügen ober so ein sportliches Angebot. Aber bei bestimmt über 50 verschiedenen Anbietern findet man schon das Passende für sich.

6. Sind Kreuzfahrten nicht furchtbar teuer?

Ein weiteres Vorurteil ist häufig, das Kreuzfahrten sehr sehr teuer sind. Die Frage ist immer, womit vergleiche ich das? Mit dem Last Minute Flugticket und einer Rucksacktour durch Jugendherbergen und Campingplätze? Ja, dann ist das teuer. Mit einem Urlaub mit Aufenthalt in 3-Stern-Hotels oder höher sowie Mietwagen und Restaurantbesuchen? Dann relativiert sich der Preis schon wieder. Ab etwa 100 Euro pro Tag pro Person ist man dabei. Die Ab-Preise beziehen sich meist auf Innenkabinen und die günstigsten Destinationen sind die Karibik, die Transatlantikquerung sowie teilweise das Mittelmeer. Für diesen Preis bekommt man ein 4- oder 5-Stern-Hotel (je nach gewählter Cruise Line) mit Vollpension, gute Abendunterhaltung vergleichbar mit Shows am Broadway oder dem Londoner West End sowie Transport (um den man sich nicht kümmern muss). Dafür finde ich den Preis dann schon wieder angemessen.

7. Wo buche ich überhaupt eine Kreuzfahrt?

Einige Reisebüros bieten Kreuzfahrten an, in Österreich zum Beispiel Ruefa, das Österreichische Verkehrsbüro, Kuoni und einige andere. Oft kann man Schiffsreisen auch online buchen. Wir haben unser Reisebüro gefunden, das ich jetzt gerne mit euch teile: Kreuzfahrtberater.de. Das sind eindeutig die Spezialisten. Man kann dort alles fragen, erhält immer professionelle Antworten. Im Angebot sind nur empfehlenswerte Cruise Lines, keine schwindeligen, bei denen ich nicht buchen würde. Alle Angebote, die eine Kreuzfahrtlinie laufen hat, werden übernommen und von Kreuzfahrtberater sogar noch aufgebessert mit zusätzlichem Bordguthaben.

8. Welches Kreuzfahrtschiff passt zu mir?

Bei unseren Landausflügen haben wir immer Kreuzfahrt-Bingo gespielt. So nannten wir das, wenn wir anhand der Gruppen, die wir an Land trafen, Rückschlüsse auf das Schiff zogen. Wir lagen fast immer richtig. Es ist also was dran an Vorurteilen. Ruhige, etwas ältere Deutsche reisen mit TUI Mein Schiff. Jüngere und deutschsprachige Familien reisen mit AIDA. Lärmende Italiener (sie mögen mir verzeihen, aber es ist tatsächlich so) bevorzugen die Costa. Sehr gemischtes Publikum findet man auf der MSC. Briten und Amerikaner bevorzugen die amerikanischen Cruise Lines wie Celebrity Cruises, Holland America etc. Auch die Route ist entscheidend. Startet beispielsweise ein Schiff von Hamburg, dann hat man sicher auch mehr Deutsche an Bord. So sind zum Beispiel die Karibik-Kreuzfahrten dafür bekannt, dass gut 2/3 aller Reisenden Amerikaner sind. Und ja, die Asiaten reisen bevorzugt in Asien – so ist das nun mal. Ich versuche mal eine grobe Empfehlung:

Kreuzfahrten für Familien:

AIDA (deutschsprachig)
Royal Caribbean (international)
Disney (international)

Kreuzfahrten für Studenten/jüngere Personen:

AIDA (vor allem im Mai und September im Mittelmeer)
Royal Caribbean (die verrücktesten Schiffe mit Windkanal etc.)
Norwegian Cruise Line
TUI Mein Schiff Spezialkreuzfahrten (wie z.B. die Full Metal Cruise – einer Kreuzfahrt mit vielen Heavy Metal Konzerten)

Kreuzfahrten für alle zwischen 30 und 100:

Celebrity Cruises
Holland America
Princess Cruises
…..

Ausschlaggebend ist immer die Route! Also bitte zuerst die Route wählen, dann die Cruise Line!

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